Brief an einen jüdischen Freund
Romano, Sergio

Brief an einen jüdischen Freund

Art.Nr.: 678
ISBN:

7,00 EUR*

 

Die Ursache des neuen Antisemitismus ist paradoxerweise der Raum, den der Holocaust seit 1945 nach und nach eingenommen hat. Es ist kaum vorstellbar, daß der während des Zweiten Weltkriegs verübte Völkermord an den europäischen Juden vergessen oder, wenn man von einigen Unverbesserlichen absieht, verharmlost werden könnte. Nun gibt es aber die Tendenz, den Völkermord gleichsam zu kanonisieren, ihn metahistorisch zu interpretieren. Darin schwingt die Überzeugung mit, der Holocaust sei die gemeinsame Schuld ganzer Nationen und Religionen. Doch gerade in dieser Vorstellung einer »Kollektivschuld« verbirgt sich einer der gefährlichsten Ursprünge rasistischer Phänomene. Der Rassismus beginnt dort, wo jemand behauptet, die Verantwortung für ein bestimmtes Ereignis last auf den Schultern eines ganzen Volkes.

Sergio Romano Sergio Romano wurde 1929 in Vicenza geboren und trat 1954 in den diplomatischen Dienst ein. Er war Botschafter bei der NATO und zuletzt, von 1985 bis 1989, Botschafter in Moskau. Seitdem hat Sergio Romano eine durch Umfang, Qualität und Unabhängigkeit des Urteils beeindruckende publizistische Aktivität entfaltet; außerdem ist er ein gefragter politischer Ratgeber. Es erschienen in den vergangenen Jahren zahlreiche Sachbücher zur italienischen und europäischen Geschichte. Romano hat in Florenz, Sassari, Berkeley, Harvard, Pavia sowie einige Jahre an der Università Bocconi (Mailand) unterrichtet und ist Kolumnist beim Corriere della Sera und beim Panorama.

2. verbesserte Auflage, 240 S., Fadenheftung, Leseband, fester Einband mit Prägedruck.