Messen, Motetten, Ouvertüren
Luigi Cherubini (1760-1842)

Messen, Motetten, Ouvertüren

Art.Nr.: 1764
ISBN:

22,00 EUR*

 

Beschreibung

Messe F-Dur "Di Chimay" (1809); Festmesse d-moll für Fürst Esterhazy (1811); Festmesse E-Dur (1814);Requiem c-moll (1816); Messe A-Dur zur Krönung Karl X (1825); Requiem d-moll für Männerchor & Orchester (1836); Antifona sul canto fermo 8.tona; Nemo gaudeat; Eliza-Ouvertüre; Medea-Ouvertüre; L'Hotellerie portugaise-Ouvertüre; Les deux Journees-Ouvertüre; Anacreon-Ouvertüre; Faniska-Ouvertüre; Les Abencerages Ouvertüre; Konzertouvertüre; Sonate Nr. 2 für Horn & Streicher; "Dei tuoi figli la madre tu vedi" aus Medea

Ruth Ziesak, Herbert Lippert, Barbara Fleckensteni, Maria Callas, Ambrosian Singers, Bayr. RSO & Chor, Philharmonia Orchestra, London PO, Academy St. Martin, Riccardo Muti,
Neville Marriner

7 CDs

Presse

stereoplay 12 / 1985: "Cherubini gehört zu den schmählich Unterschätzten. Welche Schätze da zu entdecken sind, davon gibt diese großartige, zur Krönung Karls X. von Frankreich in Reims, 1825, geschriebene Festmesse ein anschauliches Beispiel." (Messe A-Dur)

Stereo 10 / 2001: "Der von sakralem Ernst und Würde getragene Live-Mitschnitt macht deutlich, wie sich in dieser sinfonisch konzipierten Messe reiche kontrapunktische Arbeit mit dramatischem Ausdruck verbindet." (Messe d-moll)

Stereo 10 / 07: "Die Solisten singen schlicht und homogen, der Chor breit strömene, aber auch, wo nötig, demütig zurückhaltend. Und Riccardo Muti läßt seine große Erfahrung mit Cherubini walten." (Messe E-Dur)

Audio 11 / 2003: "Sakrale Dramatik pur: Muti inszeniert Cherubinis vergessene F-Dur-Messe in vollem Prunk. Die brillanten Solisten tragen viel zur nachhaltigen Werk-Rehabilitierung bei: Das Vokal-Trio glänzt mit allerliebstem Belcanto-Charme." (Messe F-Dur)

Reinhören

Disk 1 von 7 | Messe F-Dur "Di Chimay" (1809)

Kyrie eleison: Sostenuto
Christe eleison: Allegretto
Kyrie eleison: Tempo primo
Gloria in excelsis Deo: Tempo primo
Laudamus te: Andante con moto
Gloria in excelsis Deo: Allegro vivace
Qui tollis: Sostenuto - Andante con moto
In gloria Dei Patris. Amen: Allegro
Credo in unum Deum: Allegro moderato
10 Et incarnatus est: Larghetto
11 Crucifixus: Largo moderato
12 Et resurrexit: Allegro
13 Et exspecto: Grave
14 Et vitam venturi saeculi. Amen: Presto
15 Sanctus: Mastoso assai - Allegro
16 Benedictus: Larghetto - Allegro
17 Agnus Dei: Sostenuto
18 Dona nobis pacem: Allegro - Più allegro

Biographie

Luig Cherubim wurde am 14. September 1760 in Florenz als Sohn eines Musikers geboren, von dem er ersten Unterricht erhielt. Bis 1778 schrieb er hauptsächlich Kirchenmusik und knüpfte Kontakt zum Großherzog der Toskana, dem späteren Kaiser Leopold II, der ihm durch ein Stipendium ein Studium bei Giuseppe Sarti ermöglichte.

Mitte der 1780er Jahre ließ sich Cherubini in Paris nieder, wo er 1791 mit der Oper „Lodoiska“ seinen künstlerischen Durchbruch errang. Ein Nervenleiden und der beginnende Terror der französischen Revolution zwangen ihn, sich zunächst in die Normandie zurückzuziehen.

1795 ernannte man ihn zu einem der Inspektoren des neu gegründeten Conservatoire, und es entstanden mit „Medee“ (1797) und „Les Deux Journees“ (1800) zwei seiner bekanntesten Werke.

Persönliche und künstlerische Differenzen mit Napoleon führten allerdings zu einem Karriereknick, der erst mit der Restauration 1814/15 wieder ausgeglichen wurde. Dennoch wandte sich Cherubini mehr und mehr vom Theater ab und komponierte nun hauptsächlich Kirchen- und Kammermusik.

Außerdem widmete er sich seinen administrativen und pädagogischen Aufgaben als Leiter des Conservatoire (seit 1822), ein Amt, das er bis kurz vor seinem Tod ausübte.

Anmerkungen

Zukunftsweisendes Meisterwerk der geistlichen Musik

Ungeachtet seiner weiterentwickelten Opernkonzeption und seiner in die Zukunft weisenden Instrumentationseffekte blieb Luigi Cherubini (1760-1842) den künstlerischen Idealen des 18. Jahrhunderts zeitlebens verbunden.

Seine Musik ist edel in ihrer Haltung und von gediegener Satztechnik geprägt. Nicht von ungefähr betrachtete Ludwig van Beethoven ihn als den größten Komponisten seiner Epoche.

Aus heutiger Sicht gilt Cherubini als „konservativer Revolutionär“ bzw. als „Prophet der Romantik“, besonders aber als Prototyp des „Klassizisten“.

Vielleicht ist er gerade deshalb heute etwas aus dem Blickfeld einer breiteren Öffentlichkeit getreten, führen seine Werke doch immer noch ein Schattendasein in der Fachliteratur zur Operngeschichte, anstatt die Theaterspielpläne zu bereichern.

Womöglich wird aber die vorliegende Neuaufnahme des Requiems c-Moll auf CARUS den Anstoß zu einer längst überfälligen Cherubini-Renaissance geben.

Anlaß für die Entstehung war die Trauerfeier für Ludwig XVI., der 1793 während der Französischen Revolution hingerichtet wurde. Ihm zum Gedächtnis fand am 21. Januar 1817, dem Jahrestag seines Todes, eine Heilige Messe in der Pariser Kirche St. Denis statt, bei dem Cherubinis Werk erstmals aufgeführt wurde.

Es verzichtet konsequent auf Solostimmen und setzt auf eine stark textgeprägte Verinnerlichung, der pure Äußerlichkeiten abhold sind. Binnen kurzer Zeit erlangte das Werk einen hohen Bekanntheitsgrad; Komponistenkollegen wie Beethoven, zu dessen Totenfeier es erklang, Schumann und Brahms haben es außerordentlich geschätzt.

Frieder Bernius und der Kammerchor Stuttgart bringen uns dieses Meisterwerk Cherubinis näher, und wir verstehen umgehend nicht nur die große Bewunderung der Zeitgenossen für dieses Opus und seinen Komponisten, sondern teilen sie auch.