Der neunte Tag

Der neunte Tag

Art.Nr.: 1753
ISBN:

7,99 EUR*

 

Detailinformationen
BRD, 2004
FSK ab 12 freigegeben
Drama, 93 Min.
Regie: Volker Schlöndorff
Darsteller: Ulrich Matthes, August Diehl, Hilmar Thate, Bibiana Beglau
Sprache: Deutsch Tonformat: Dolby Surround Sound 5.1
Bild: Widescreen
Untertitel: Deutsch
Specials: Interviews, Featurettes, etc.

Zum Inhalt des Films: Eine Entscheidung auf Leben und Tod - neun Tage, die den katholischen Pfarrer Henri Kremer (Ulrich Mathes) im Widerstand gegen die Nationalsozialisten in seinen Grundfestern erschüttern. Neun Tage, die nicht nur über sein Schicksal, sondern auch über das seiner Freunde und seiner Familie entscheiden sollen. Auge in Auge mit dem Gestapo-Angehörigen Gebhardt (August Diehl) und seinen eiskalt kalkulierten Argumenten kommt Henri in Versuchung und muß am neunten Tag bekennen, auf welcher Seite er steht. Urlaub vom KZ, das gibt es nicht - und doch widerfährt dieses Unglaubliche dem Luxemburger Abbé Kremer, der im KZ Dachau im berüchtigten "Pfarrerblock" interniert ist. Er entkommt auf Zeit diesem Ort, an dem es keinen Gott gibt. Die Bedingung, unter der ihm diese neun Tage Hafturlaub gewährt werden: er soll den luxemburgischen Bischoff Philipp zur Kollaboration mit den Deutschen überreden. Falls er die Flucht wagen sollte, würden seine Glaubensbrüder, die im KZ zurückgeblieben sind, umgebracht werden. Sollte es ihm nicht gelingen, den Bischoff für einen Pakt mit den Nationalsozialisten zu gewinnen, muß er ins KZ zurückkehren. Zu Hause angekommen, muß er sich jeden Tag in der Villa Pauly bei der Gestapo melden. Dort begegnet er dem jungen, leidenschaftlichen Karrieristen Untersturmführer Gebhardt. Der überaus gebildete und kultivierte Gebhardt möchte Kremer für die NS-Kirchenpolitik gewinnen. Scheinen die Machtverhältnisse am Anfang klar, so entwickelt sich im Lauf der neun Tage ein wechselvolles Rede- und Gedankenduell zwischen den beiden Männern, die unterschiedlicher nicht sein könnten, wenngleich sie sich im Glauben an Gott zu ähneln scheinen. Gebhardt versucht den Älteren zu locken, zu überraschen und zu überzeugen, Kremer als Bruder im Geiste auf seine Seite zu ziehen. Als dieser sich aber nicht wie erwartet bewegt, läßt Gebhardt die Maske des Verführers fallen und sein wahres Gesicht kommt zum Vorschein. Kremer ist in diesen Tagen hin und her gerissen. Letztlich muß er feststellen, daß er ganz auf sich gestellt ist und seine Entscheidung über Leben und Tod allein fällen muß. Im entscheidenden Moment hilft kein Rat von außen, muß Kremer sich nur allein seinem Gewissen und der Frage nach Menschlichkeit verantworten. Der Film basiert auf dem Tagebuch "Pfarrerblock 25487" des luxemburgischen Pfarrers Jean Bernard, der vom Mai 1941 bis August 1942 im KZ Dachau interniert war. Er schildert darin nüchtern den zynischen Terror und zeichnet ein erschreckendes Bild des Schreckens. Volker Schlöndorffs zutiefst berührendes Drama wurde von der Filmbewertungsstelle mit dem Prädikat "besonders wertvoll" und beim Filmfest München 2004 mit dem "Bernhard Wicki Filmpreis - Die Brücke - Der Friedenspreis des Deutschen Films" ausgezeichnet.

Pressestimmen: Film-Dienst: "Fiktives Drama auf Grundlage eines KZ-Tagebuches. Optisch wie akustisch bedrängend inszeniertes Kammerspiel." Stern: "Unsentimental, bewegend, brillant - das ist großes Kino."